Wolfgang Amadeus Mozart: Idoménée
Staatsoper Berlin. Thursday, November 18, 2021
Režie: Àlex Ollé / La Fura dels Baus
Staatskapelle Berlin, Emanuelle Haim


Musikalische Leitung:Emmanuelle Haïm
Inszenierung:Àlex Ollé / La Fura dels Baus
Mitarbeit Regie:Susana Gómez
Bühne:Alfons Flores
Kostüme:Lluc Castells
Licht:Urs Schönebaum
Video:Emmanuel Carlier
Choreographie:Martin Harriague
Dramaturgie:Benjamin Wäntig
Idoménée:Tassis Christoyannis
Idamante:Samuel Boden
Ilione:Chiara Skerath
Électre:Hélène Carpentier
Vénus:Eva Zaïcik
Éole, Neptune:Yoann Dubruque
La Jalousie, Némésis:Victor Sicard
Arbas, Protée:Frédéric Caton
Arcas:Enguerrand de Hys

Tragédie en musique in einem Prolog und fünf Akten (1712/1731)

Musik von André Campra Text von Antoine Danchet

Derselbe Stoff, der Mozart später zu seiner italienischen Opera seria »Idomeneo« inspirierte, als französische Tragédie lyrique: Der Meeresgott lässt König Idoménée nur unbeschadet ein Unwetter überstehen, als dieser gelobt, aus Dankbarkeit den ersten Menschen zu opfern, auf den er am heimatlichen Strand treffen werde. Als sich das Opfer dann als sein Sohn Idamante herausstellt, gerät Idoménée in einen unlösbaren Widerstreit von Vatergefühlen, seinen Aufgaben als Souverän und religiöser Verpflichtung.

Nicht nur Vater und Sohn, König und Prinz, sondern auch die rivalisierenden Königstöchter Ilione und Électre geraten in den Strudel der göttlichen Verwicklungen. Den Gattungskonventionen der Tragédie lyrique folgend stehen nicht nur die menschlichen Leidenschaften im Mittelpunkt: Auch die nach Rache dürstenden Götter Venus und Neptun haben beeindruckende Auftritte und bringen die Oper – anders als Mozarts Version – zu einem tragischen Ende. Im Zentrum der BAROCKTAGE 2021 steht mit André Campra ein hierzulande weitgehend unbekannter Komponist. Der aus Südfrankreich stammende Campra wirkte seit den 1690er Jahren in Paris und machte in den letzten Regierungsjahren Ludwigs XIV. mit seinen rund fünfzehn damals sehr erfolgreichen Opern auf sich aufmerksam. Sein »Idoménée« besticht durch großen Formenreichtum von streng deklamierten Rezitativen über verschiedene Arienformen und Instrumentalstücke bis zu Ballettdivertissements und ermöglicht dabei einen faszinierenden Einblick in die Tragédie lyrique der Zeit zwischen ihrem Schöpfer Jean-Baptiste Lully und ihrem späteren Reformator Jean-Philippe Rameau.