Wolfgang Amadeus Mozart: Zaide
Oper Frankfurt. středa 30. září 2026
David Herrmann
Frankfurter Opern- und Museumsorchester, George Petrou


Musikalische LeitungGeorge Petrou
InszenierungDavid Hermann
BühnenbildJo Schramm
KostümeSibylle Wallum
LichtJoachim Klein
DramaturgieMareike Wink
ZaideKarolina Bengtsson
GomatzMichael Porter
SolimanPeter Marsh
AllazimAleksander Myrling
OsminPete Thanapat
Frankfurter Opern- und Museumsorchester

Wolfgang Amadeus Mozart 1756–1791

Deutsches Singspiel in zwei Akten, Fragment (1779/80) Text von Johann Andreas Schachtner Uraufführung 1866, Opernhaus, Frankfurt. Ergänzt durch Auszüge aus Mozarts Schauspielmusik Thamos, König in Ägypten (1773)

Aus heutiger Perspektive erscheint uns Mozarts unvollendet gebliebenes Singspiel wie eine Vorstudie zu seiner zwei Jahre später entstandenen Entführung aus dem Serail: Zaide und Gomatz lernen sich in der Gefangenschaft von Soliman kennen und verlieben sich ineinander. Ein gemeinsamer Fluchtversuch misslingt. Wird Soliman die beiden begnadigen oder bestrafen?

Mozarts Fragment, das ohne Ouvertüre und Finale sowie ohne vollständige Dialoge überliefert ist, bricht vor der Beantwortung der Frage ab. Aus dieser Offenheit ergibt sich ein besonderer Spielraum für die Auseinandersetzung mit dem zweiaktigen Werk. Regisseur David Hermann kombiniert es mit Nummern aus Mozarts Schauspielmusik Thamos und schärft so die dunklen Facetten des Zaide-Stoffes, der uns auf diese Weise unerwartet nah kommt und Assoziationen an Brutalitäten und Zwänge unserer Gegenwart aufruft. Welche Macht hat die Liebe? Wie steht es um die menschliche Empathie? Und was bedeutet Freiheit?

Zaide entstand in einer Zeit, die für den Komponisten selbst zu einem Wendepunkt werden sollte: Als die pure »Sklaverei« empfand Mozart nämlich jene Jahre in Diensten des Salzburger Fürsterzbischofs Colloredo, mit dem er sich schon bald überwerfen sollte, um fortan als freischaffender Musiker und Komponist in Wien zu leben. Die eingehende Betrachtung der menschlichen Seele, wie sie uns in seinem Fragment vor Augen geführt wird, markiert den Beginn eines Emanzipationsprozesses – vom Brotgeber, von der Heimatstadt, vom eigenen Vater. Sie kennzeichnet zugleich Mozarts Hinwendung zu einer neuen Ästhetik, die ganz dem Geist der Aufklärung verpflichtet ist.