Pelléas et Mélisande

Mit der Uraufführung von Pelléas und Mélisande 1902 forderte Claude Debussy die Hörgewohnheiten seiner Zeitgenossen heraus: Seine Instrumentationskunst ist raffiniert und innovativ, zudem überführt er die Wagnersche Leitmotivtechnik in eine subtile Klangfarbendramaturgie und beschreibt Atmosphären und Seelenstimmungen, die sich der Beschreibung entziehen und selbst die Musik oft nur anzudeuten vermag. Die stoffliche Grundlage ist das gleichnamige Drama des flämischen Symbolisten Maurice Maeterlinck, eine tragisch endende märchenhafte Dreiecksgeschichte um die Stiefbrüder Golaud und Pelléas und die von beiden geliebte geheimnisvolle Mélisande. Die Handlung bleibt im Vagen, dafür werden psychische Tiefen ausgelotet. Die Tragödie findet nicht als offener Konflikt, sondern als unterschwelliger seelischer Prozess statt. Debussys Musik bleibt ebenso verhalten und nähert sich immer wieder der Stille. Unter der monochromen Oberfläche schillern jedoch die vielfältigsten Farben, und Debussy gelingt es, die rätselhafte, morbide Atmosphäre auf kongeniale Weise in Musik umzusetzen. 1991 hat Ruth Berghaus, einer der größten Regisseurinnen des 20. Jahrhunderts, das Bühnenwerk an der Staatsoper Unter den Linden inszeniert, mit viel Sinn für seine besonderen atmosphärischen Tönungen. ...

út června 23, 2026 · 2 min · 215 slov · Claude Debussy

Pelleas et Melisande

Dirigent Daniel Harding Regie, Bühne und Licht Marco Arturo Marelli Kostüme Dagmar Niefind / Niefind-Marelli Chorleitung Martin Schebesta Arkel Peter Rose Geneviève Janina Baechle Pelléas Bernard Richter Golaud Simon Keenlyside Mélisande Christiane Karg Yniold Maria Nazarova Ein Arzt Marcus Pelz Vater von Pelléas Andreas Bettinger

čt října 12, 2017 · 1 min · 45 slov · Claude Debussy